"Only In India" Reisebericht nr. 3 - 6.-16.1.2018

Die ersten Bilder sind noch ein Nachtrag zum Reisebericht nr. 2 - auf Besuch bei Vaidya Adwait mit Vater Adchyut Tripathi (der seiner Aussage nach den Maharishi Ayurveda in Indien aufbrachte und in der Welt mit-verbreitete) und ihrer Familie. Wir pflückten im städtischen Garten Henna (zum Haare Färben) und riesige Pampelmusen, ließen uns von der Hausmutter köstlichst bekochen, machten Yoga auf der Dachterrasse und hörten dem feinen Chanting der kleinen Gruppe von vedischen Pandits am Hausdach zu. Beim Spaziergang zerriss mir eine wilde Hündin das Hosenbein, weil ich mich unwissenderweise ihrem Hundebabyversteck näherte (siehe Bild)!

Leider ernähren sich die frei herum laufenden Brahminkühe viel zu oft von Plastikabfällen auf den Müllhalden. Da haben die Inder noch etwas zu lernen - höchste Zeit! Übrigens: Ist jemand an dem (etwas veralteten...) Motorrad interessiert? Es ist frei zu haben - mit Museumswert ;-).

ALLAHABAD

Eine Fahrt mit dem Nachtzug ist hier in der Zwischensaison komfortabler als im Westen. Ein Schlafwagenabteil für vier Personen ganz für mich allein, alles ruhig und friedlich. Sogar Internetverbindung (also WLAN als Schlafbegleitung….) und Ladestation für jegliche Geräte im Abteil. Alle paar Minuten laufen Wärter durch, die Cookies, Getränke und Tomatensuppe loswerden wollen. Schon beim Gedanken daran spürte ich einen Druck im Kopf, und erst der Magen… Hände weg davon, wenn du nicht mit Krämpfen und Durchfall abgeben willst!

Es ist Winterzeit und da gibt es häufig lang anhaltenden dichten und kalten Nebel, was die Geleise sehr hart und brüchig werden lässt. Vor kurzem ereignete sich dadurch ein großes Zugunglück mit an die 200 (!) Toten, ließ ich mir von einem mitreisenden Inder in gebrochenem Englisch erzählen. Das beruhigte meine Ungeduld etwas, denn insgesamt hatte dieser Zug über zehn Stunden (!) Verspätung, seufz…. Wenige Minuten vom Bahnhof in Allahabad entfernt standen wir nochmals geschlagene zwei Stunden und es gab keine Möglichkeit zum Aussteigen! Only in India…

 

Dafür werde ich mit einem luxuriösen und sauberem Privatzimmer im kleinen Palast des Astrologen und Pandit Kaushik belohnt. Eine sehr traditionell lebende Brahmanenfamilie mit viel Marmor und Gold in der Einrichtung (inklusive Laptop und Handy…). Auch deren Kinder sind sofort Feuer und Flamme für lustige Yogaübungen bei jeder Gelegenheit: am Bett, im Badezimmer, auf der Dachterrasse, auf der Hollywoodschaukel,… Inmitten von in Indien üblichem extremen Großstadtlärm und Dreck ist das hier eine richtige Wohlfühloase.

 

Am nächsten Tag besuchen wir das Denkmal von Maharishi Mahesh Yogi etwas ausserhalb der Stadt. Gleich beim Eintritt in die noch unfertige Halle stehen mir die Haare zu Berge vor tiefer Rührung und nicht enden wollende Wellen von Glückseligkeit durchschauern mein Gehirn und den ganzen Körper. Diese unerwartete Bewegung in mir löst ein Tränenmeer aus und ich stehe still da, lasse ES einfach fließen… Tiefe Dankbarkeit für die Begegnung mit dieser Größe und Weite an Bewusstsein, so abstrakt und konkret gleichzeitig, in mir, um mich, durch die „Person“ Maharishi und die Atmosphäre an diesem Ort. Ewigkeit durchdringt das Selbst. 

Jai Guru Dev, ein Gruß der Hingabe an die Meister der heiligen Vedischen Tradition.

Ich kann und mag mich gar nicht mehr lösen von dieser „Gedenkstätte“, alles ist still, es gibt nichts (mehr) zu tun. Angekommen.

Aus purer Neugierde suchte ich den Ort auf und um sagen zu können, ich sei da gewesen… Nun bin ich fast beschämt und einfach unendlich dankbar für diese unerwartete himmlische Erfahrung, so simpel, mühelos, erfüllend und natürlich ist dieser Zustand.

Die kleine Tochter von Pandit Bhawani stellt sich still neben mich, wir sind eins, auch sie eine tiefe Seele.

 

Anschließend darf ich einem Rudra Bhishek, dem Yagya (vedische Heilungszeremonie) für Weltfrieden beiwohnen. Da ich dafür bezahle - und das sehr gerne - wird mein Name und mein Chart = Geburtsthoroskop mit einbezogen. Die kleine Tempelhalle ist erfüllt vom kraftvollen Rezitationsgesang der elf Pandits. Das ganze Zeremoniell dauert an die eineinhalb Stunden, aber ich bin schon nach einer halben Stunde „weg“; beobachte meinen Körper, der da sitzt und alles andere in mir ist komplett aufgelöst, unendliche Weite, Leere. Meine Wahrnehmung fällt von tief innen heraus auf mein Gesicht, das schwerelos irgendwo existiert, blutleer, unendlich leicht, angenehm, einfach nichts, still und wach. Rundherum „toben“ und schallen die Gesänge der vorzüglich ausgebildeten Maharishi Pandits, welche diese Wirkung in mir auslösen.

Danach besuchen wir den kraftvollen Hanumantempel in Allahabad, direkt am Ganges - im Bild übrigens der heilige Fluss Yamuna am Zusammenfluss mit Ganges: eine weltberühmte spirituelle Stätte durch die jährlichen Zusammenkünfte, genannt "Kumbha Meela". Dies ist angeblich das größte "Spektakel" der Welt mit den allermeisten Teilnehmern, noch dazu völlig ohne jegliche Werbung!

 

Dieser Tag ist das schönste Geschenk meiner ganzen Indienreise.

 

Als Draufgabe besuchen wir anschließend einen außergewöhnlichen Kunsthandwerksmarkt, auf dem ich mir sicher einiges der originalen Erfindungen gekauft hätte, würde ich in Indien wohnen. Ein Gustostückerl indischer Kultur. Genauso die Theaterauführung mit Geschichten aus einem der größten indischen Epen, dem Ramayana.

 

 

MAHARIHI SMARAK in Allahabad:

Der Nachtzug von Allahabad nach Katni in Madhya Pradesh ist dafür umso …uuuuh… grausiger. Alles überfüllt und stinkt erbärmlich. Riesenchaos bereits am Bahnhof, weil nicht einmal die „eingeborenen“ Brüder Kaushik das richtige Gleis im weitläufigen Bahnhof finden können. Irgendwann sitze bzw liege ich dann doch im Zug, die Frau neben mir sägt einen Wald ab, ihr Kind schreit und weckt mich alle halbe Stunde aus dem Schlaf, ansonsten rundherum lauter dunkle Gestalten, fast nur Männer, und das unregelmäßige Rucken des Zuges, das meine Gliedmaßen und Gelenke zwecks mehr Flexibilität ordentlich durchschüttelt.

 

Kennst du diese Momente, wo es kein Vor und Zurück gibt, wo man einfach nicht aus kann und sich nur mehr darauf freut, wenn „es“ vorbei ist? Ohnmächtig im Außen, aber ich habe ja gelernt, meine Sinne nach Innen zu ziehen und das lässt mich überleben. Dieser Zug hat dann Gottseidank "nur" zweieinhalb Stunden Verspätung.

 

Und dann wieder dieser krasse Gegensatz - only in India - im Brahmasthan, dem zentralen geographischen Mittelpunkt von Indien: ein wunderbares Paradies mit buntem Blumenmeer und strahlend weißen Gebäuden in Sthapatya Veda, der vedischen Architektur im Einklang mit den Naturgesetzen erbaut. Die Eingänge und Balkone im Osten lassen alle Besucher die unglaublich mystischen Sonnenaufgänge in der typisch indischen „Stille“ genießen. Morgendämmerung im Zeitalter der Erleuchtung… und das im Kaliyoga!

 

 

Der Highlight dieser Meditationswoche ist das Chanting der ca. 2000 Pandits (Brahmanen und Brahmanensöhne) in einer riesigen Halle. Erstaunlich, wie präzise sie das Versmaß, Takt und Rhythmus hinkriegen, auch die Größe der Halle lässt keine Verzögerungen in den Klängen zu. Ein ständiges Wechseln von Ausdehnung und Auflösung und sich wieder zusammen ziehen, in den Körper zurück kommen und sich der Umgebung bewusst werden… mehrmals das Gefühl von Abheben, fast Schweben - dabei geht es nicht nur mir so, wie ich in anschließenden Gesprächen erfahre!

Ein großer Dank an das Universum, welches mir das alles ermöglichte!

"Natur, Kultur und Yoga/Meditation in Indien": Im Februar 2019 bist DU eingeladen mit zu fahren: entweder in den Anamay Ashram in Nordindien mit Schwerpunkt Hatha Yoga und Ausflüge UND / ODER als TM-Meditierende/r in den Brahmasthan, Dauer jeweils 2 Wochen. Näheres auf Anfrage.

MEHR AUCH BEIM LICHTBILDERVORTRAG AM FREITAG, 9.3., 19:00 h im Bioladen "Frau von Grün" in Salzburg!